Eine Bluse für Zwei


Kleider machen Leute.

Machen Kleider Liebe?

Eine Kleidertauschparty als Partnerinnenbörse?

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Charlotte und Ida greifen bei der Kleidertauschparty nach der gleichen Bluse.

Charlotte benötigt die Bluse für ihr Vorstellungsgespräch. Für eine lebendige, fröhliche Frau in ihrem Leben hat Charlotte keinen Platz.

Ida besitzt zu viel Kleidung. Sie will die Frau mit ihrer Kleidergröße besser kennenlernen. Darum hält Ida an der Bluse fest und besteht auf einer Anprobe.

Welche Frau bekommt die Bluse? Wie stellen sich beide zu ihren Gefühlen?

Ein witziger, romantischer, lesbischer Kurzroman mit Happy End.

Eine Bluse für Zwei - Cover
Eine Bluse für Zwei

Leseprobe

Charlotte hielt den glatten, farbig bedruckten Flyer mit einer Hand fest.

Der laue Frühlingswind sollte ihn ihr nicht aus der Hand wehen.

Mit der anderen Hand hielt sie die Griffe der Stofftasche fest, in der sie ein paar Kleider gefaltet hatte, die sie nicht mehr mochte und nicht mehr brauchte. Hoffentlich konnte sie dafür Kleidung bekommen, die für das nächste Bewerbungsgespräch geeignet war.

Charlotte schaute von der Glasfassade vor ihr, wieder auf den Flyer für die Kleidertauschparty. Sie hatte ihn immer wieder gelesen, seit sie ihn vor einer Woche im Briefkasten gefunden hatte. Jetzt war er an den Ecken geknickt und am Rand abgegriffen.

Ein Ort, an dem Kleidung verschenkt wurde? Das konnte sie sich bisher nicht vorstellen.

Trotzdem stand sie hier.

Mit einer Tasche voller Kleidung in der Hand zum Tauschen.

Sie las den Flyer nochmals und ignorierte das Brausen der Autos auf der Straße hinter ihr, die zusätzlich für Wind sorgten. Das Papier knickte und raschelte.

Auf keinen Fall wollte Charlotte bei der Kleidertauschparty an diesem Nachmittag etwas falsch machen. Im besten Fall fand sie eine passende Bluse für ihr nächstes Vorstellungsgespräch. Was sie in den Läden gesehen hatte, war so teuer, dass sie es sich zurzeit nicht leisten konnte. Wenn der Preis für ihr Budget passte, war die Bluse untragbar und hässlich. Sie benötigte einen Job. Dringend!

Eine Haarsträhne wehte Charlotte ins Gesicht und kitzelte an ihrer Nase.

Sie grinste und strich sich die Haarsträhne mit dem Handrücken beiseite. Darauf, dass ihr der Wind mit seinen verrückten Spielereien gute Laune schenkte, konnte sie sich verlassen.

Sie atmete tief ein und kontrollierte die Adresse, die auf dem Flyer stand. Sie war am richtigen Ort, dem Bürgerhaus, am richtigen Tag und zur richtigen Uhrzeit.

Warum stand sie dann alleine auf dem Gehweg?

Charlotte hob den Kopf und sah sich um. Die Türe des Bürgerhauses bestand aus einem stabilen Holzrahmen in dunkelbraun und in der Mitte aus Glas. Außer dem Flur hinter der Türe, der sofort um eine Ecke herum führte, sah sie nichts, obwohl die Fassade verglast war.

Hätten die Veranstalter nicht einen Aufsteller herstellen können? Einen Hinweis vielleicht, dass hier heute die Kleidertauschparty stattfand, die im Flyer angekündigt wurde?

Auf keinen Fall wollte Charlotte in eine falsche Veranstaltung hineinplatzen!

Eine Windböe drückte ihr die Kleidertasche gegen ihren Oberschenkel. Es hieß, es sollte eigene, gut erhaltene Kleidung zum Tauschen mitgebracht werden. Die Sportkleidung in der Tasche hatte Charlotte seit Monaten nicht mehr benutzt und würde sie nicht vermissen.

Charlotte verzog ihre Lippen zu einem schiefen Grinsen, als sie an die Kündigung dachte, die sie in die Arbeitslosigkeit befördert hatte. Seitdem fehlte ihr das Geld für das Fitnessstudio und die Kurse dort.

Das würde sie ändern.

Sobald sie eine neue Stelle hatte.

Dafür brauchte sie jetzt eine Bluse.

Eine, die sie hoffentlich hier eintauschen konnte.

Um Sportkleidung würde sie sich nach einer bestandenen Probezeit bemühen.

Dazu musste sie hineingehen und herausfinden, ob sie hier richtig war. Waren alle anderen bereits im Gebäude? Oder kamen später? Von einer Anmeldung hatte nichts auf dem Flyer gestanden.

Charlotte atmete tief ein, gab sich einen Ruck und stieg die fünf Stufen zur Eingangstüre des Bürgerhauses hinauf. Den Flyer schob sie in ihre Hosentasche zu ihrem Smartphone und griff nach dem Türgriff. Das Holz war wärmer unter ihren Fingern, als der Frühlingswind an diesem Nachmittag.

Die Türe ließ sich leicht aufziehen.

Immerhin, es war aufgeschlossen. Das sprach dafür, dass sie am richtigen Ort war.

Von drinnen kam Charlotte warme, abgestandene Luft entgegen. Wie immer, wenn sie bisher im Bürgerhaus gewesen war. Mit den vielen Fenstern an der Fassade wurde das Gebäude gut von der Sonne aufgeheizt. Gelüftet wurde es eher selten. Soweit sie gesehen hatte, ließen sich die Fenster nicht öffnen.

Sie trat durch die Türe, ging um die Ecke und auf die Treppe zu, die ins erste Stockwerk führte. Hinter sich hörte sie die Türe ins Schloss klicken. Der Lärm der vorbei ratternden Autos wurde ausgesperrt. Dafür hörte sie jetzt Stimmen von oben. Zusätzlich hüllte sie der Duft von Pizza und Schokolade ein.

Sie war richtig!

Erleichtert atmete sie ein. Die Treppen in den ersten Stock hinaufzusteigen fiel ihr viel leichter als die fünf Stufen vor dem Bürgerhaus.

Charlottes Magen knurrte leise bei dem heißen Duft nach Essen.

***

Ida streifte zwischen den Kleiderstangen und Tischen umher.

Die schiere Menge an Kleidung, die in dem großen Saal des Bürgerhauses aufgebaut worden war, hätte mehr als zwei der vielen kleinen Kleiderläden in den Einkaufspassagen füllen können. Hatten andere ihren gesamten Kleiderschrank vorbeigebracht? Hätte sie selbst mehr mitbringen können? Sie hatte sich auf zwei große Taschen beschränkt und gedacht, dass sie es übertrieben hatte.

Woher kamen alle diese Kleider, die hier heute verschenkt werden sollten. Oder besser: Getauscht.

Ida strich mit einer Hand über den Stoff von mehreren Männerjackets, die auf einer Kleiderstange aufgehängt waren. Manche waren rau gewebt und in einem Karomuster gehalten, das sie zuletzt an ihrem Großvater gesehen hatte. Andere waren glatt, fast seidig und fühlten sich teuer an. Dabei hatte sie nicht so viele Männer gesehen. Fast alle Anwesenden, die Ida sah, waren Frauen. Ob diese die Kleiderschränke ihrer Ehemänner und Väter durchsortiert hatten? Wundern würde es sie nicht.

Ida grinste breit.

Männer waren manchmal wirklich hilflos.

Sie dachte an Erzählungen von Kolleginnen, bei denen der Ehemann unfähig war, die eigenen Socken und Unterhosen zu finden. Etwas, dass sie immer für Übertreibungen gehalten hatte.

Sie ging weiter die Reihe entlang und sah sich um.

Soweit Ida den Raum überblickte, gab es eine Handvoll Personen, die hier alles betreuten. Neben der Eingangstüre war ein Tisch, an dem die Kleidung angenommen wurde. Dort hatte sie ihre zwei Taschen voll Jeans und T-Shirts abgegeben, die sich als Fehlkäufe herausgestellt hatten. Spontan eingekauft, nachdem sie im Laden gut ausgesehen hatten.

Jetzt stand an dem Tisch zur Abgabe eine Blondine, die eine Stofftasche auskippte. Das könnten Sportkleider oder Funktions-T-Shirts sein, überlegte Ida und blieb stehen. Die Frau mit ihrem schlichten T-Shirt und der Jeans sah nicht aus, wie etwas Besonderes. Trotzdem wollte sie sehen, was sie weiter tat.

Jemand schob sich an Ida vorbei und lenkte ihren Blick ab.

Ida schüttelte über sich selbst den Kopf. Sie war hier, um Kleidung auszusuchen, nicht um andere Frauen zu beobachten.

Immerhin, dachte Ida, würden ihre Kleider jetzt nicht im Müll landen, sondern jemand anderem nützlich sein. Es war ein erfreulicher Bonus, dass sie sich dafür etwas Neues aussuchen konnte.

Sie ging weiter und blieb an einer Wand stehen. Plakate zum Thema Fast Fashion waren aufgehängt worden. Auf einem anderen Plakat wurde gezeigt, wie viel Wasser, Pestizide und Platz die Produktion eines T-Shirts brauchte.

Ida rieb sich die Augen und las das Plakat nochmals. Nie hätte sie gedacht, dass ein T-Shirt solch eine große Auswirkung hatte. Sollte sie ihre Spontaneinkäufe in Zukunft reduzieren?

Unten auf dem Plakat stand, dass Kleidertauschpartys ein nachhaltiger Weg waren, um Kleidung zu tauschen. Oder der Kauf von Second-Hand-Kleidung.

Ida fotografierte sich die Hinweise und die Internetadressen, auf denen mehr Informationen zu finden waren. Die würde sie später lesen.

Sobald sie sich alles angeschaut hatte, würde sie sich eine der lecker duftenden Pizzaschnecke holen. Die Pizzaschnecken, die auf einem Tisch an der anderen Seite des Eingangs standen, füllten den Raum mit dem Duft heißer Tomatensoße, würzigem Basilikum und fettigem Käse. Viel besser als der übliche Geruch von Teppich und abgestandener Luft, der im Bürgerhaus herrschte. Hätte sie sich nicht dafür interessiert, was es an Kleidern zum Tauschen gab, sie hätte sich gleich als Erstes eine Pizzaschnecke geholt.

Sie drehte sich um und ging den nächsten Gang zwischen zwei Tischreihen hinunter weiter durch den Raum. Jetzt wollte sie sich etwas Neues zum Anziehen aussuchen. Vielleicht eine Bluse fürs Büro?

Eigentlich brauchte Ida keine neue Kleidung.

Ihr Kleiderschrank war viel zu voll und es war nicht zu merken, dass sie heute zwei große Taschen voll aussortiert und hierher mitgebracht hatte. Andererseits liebte Ida neue Kleidung, andere Kleidung.

Seit eine Kollegin den Termin in die Chatgruppe der Abteilung gepostet hatte, hatte Ida sich darauf gefreut. Sie hatte noch nie zuvor von einer Kleidertauschparty gehört. Ob es das häufiger gab? Wenn sie ihre Kleidung mit anderen tauschte, dann hätte sie immer etwas anderes und konnte sich abwechslungsreicher anziehen.

Sie würde, später, mit der Pizzaschnecke in der Hand, herumgehen und das Gespräch suchen. Sicher würde sich jemand finden, mit dem sie plaudern konnte. Am besten sprach sie Frauen an, die ihre Körpergröße hatten. Vielleicht konnte sie eine kennenlernen, mit der sie sich zum privaten Hin- und Hertauschen zusammentun konnte? Schließlich war nicht nur das Team der Kleidertauschparty hier. Es gingen einige andere Leute durch die Reihen.

Falls sich niemand fand, würde sie die Fragen, die sie hatte, ihrer Kollegin stellen. Vorausgesetzt, die fotografierten Webseiten hatten ebenfalls keine Antwort.

Ida las die Größenangaben neben den sauber gefalteten und aufgereihten Blusen, Pullovern und T-Shirts für Damen. Eine Bluse stach heraus. Sie war nicht weiß, sondern in einem hellen, rosafarbenen Crèmeton, der sie gleichzeitig edel, elegant und trotzdem nicht knallig aussehen ließ. Sie lag bei Idas Kleidergröße.

Ida trat näher an den Tisch heran und griff nach der Bluse.

***

Charlotte hielt mit einer Hand ihre leere Stofftasche fest und ging auf die Tischreihe zu, auf der die Oberteile für Damen ausgelegt waren.

»Suchen Sie sich gerne mehr aus, als Sie mitgebracht haben«, hatte die Frau am Abgabetisch gesagt. »Je weniger wir einpacken müssen, umso glücklicher sind wir.«

Charlotte hatte geschluckt, genickt und war schnell vom Tisch weg in den Raum hineingegangen.

Sah sie so bedürftig aus?

Sie blieb stehen und sah sich um.

Welchem Gang sollte sie folgen, um schnellstmöglich zur Auswahl der Blusen zu kommen?

Hinter ihr raschelte Plastik.

»Vielen Dank. Schauen Sie sich bitte um. Suchen Sie sich gerne mehr aus, als sie mitgebracht haben. Je weniger wir einpacken müssen, umso glücklicher sind wir«, sagte die Frau am Abgabetisch hinter Charlotte zu der nächsten Person.

Charlotte drehte sich um.

Am Tisch stand eine Frau in einem Business Kostüm. Sogar die Schuhe glänzten und sahen neu aus.

»Nein, danke«, sagte die Frau. »Ich wollte nur etwas vorbeibringen.« Damit drehte sie sich um und ging, ohne die Frau an der Abgabe zu Wort kommen zu lassen.

Charlotte atmete erleichtert aus. Es lag nicht an ihr. Die Einladung, sich passende Kleidung mitzunehmen, bekamen alle.

Sie lächelte und fühlte sich leichter. Eine andere Frau kam mit an den Abgabetisch und half der ersten Frau beim Sortieren der neu abgegebenen Kleidung. Als beide zu ihr aufblickten, nickte Charlotte ihnen zu, lächelte und wandte sich den Kleidern zu.

Vielleicht, wenn sie zwei passende Blusen fand, konnte sie beide mitnehmen, ohne sich schlecht fühlen zu müssen.

Der Gedanke, sich nach Ersatz umsehen zu können, gefiel ihr. Bis zu ihrer Kündigung hatte sie sich nie Gedanken um die Kosten für Kleidung gemacht.

Charlotte ging an den Kleiderstangen entlang und sah sich um. Alles war so sauber und ordentlich gefaltet, als würde sie durch einen Kleiderladen gehen. Ein Teil der Kleidung hing ordentlich auf Bügeln an Kleiderstangen. Die Frauen, welche die Kleidertauschparty organisiert hatten, hatten sich richtig viel Mühe gegeben. Gerade legte eine von ihnen weitere T-Shirts auf einen Tisch.

Zügig ging Charlotte an der langen Tischreihe entlang und achtete darauf, niemanden anzurempeln. Sie suchte nach den Oberteilen für Damen und dem Schild für ihre Kleidergröße.

Da war es!

Charlotte ging langsamer, achtete darauf, niemanden anzustoßen und ließ ihren Blick über den Tisch streifen: Pullover, T-Shirts, und da lagen die Blusen. Viele weiße Blusen lagen gefaltet da. Dann folgten ein paar knallige in Pink und daneben lagen zwei lilfarbene und eine Blaue. Das war alles nicht das, was sie suchte. Die Farben waren ihre zu grell, damit würde sie sich verkleidet fühlen. Weiß wäre die klassische Wahl, aber darin hatte sie das Gefühl vor den weiß gestrichenen Wänden der Besprechungsräume zu verschwinden und blasser zu wirken, als sie war.

Sie blieb stehen und betrachtete die weißen Blusen. Welche sollte sie als Erstes anprobieren? Selbst, wenn ihr die Farbe nicht stand, sie war auf jeden Fall passend. Dann fiel ihr eine cremefarbene Bluse in der Mitte der weißen Blusen auf. Diese Bluse in der Farbe wäre perfekt!

Charlotte beugte sich vor und griff nach der Bluse.

Gleichzeitig schlossen sich die Finger einer anderen Hand um die andere Hälfte der Bluse!

Was sollte das?

Das war ihre Bluse!

Charlotte packte den Stoff fester und sah auf.

Ihr gegenüber stand eine Frau mit strahlenden, blauen Augen und einem roten Lockenkopf. Die kurzen Locken standen in wilden Kringeln in alle Richtungen ab und schienen einen Heiligenschein zu bilden. Einen feurigen Heiligenschein, der perfekt zu dem strahlenden Lächeln passte.

»Äh, hallo«, sagte Charlotte.

Mehr fiel ihr nicht ein.

Die andere, die sie so strahlend und glücklich anlächelte, darauf hinzuweisen, dass sie selbst diese Bluse zuerst gesehen hatte, fühlte sich falsch an. Das hier sollte eine schöne Veranstaltung sein, kein Kampf um ein Kleidungsstück, dass sie geschenkt bekamen. Es wardie perfekte Farbe für Charlotte. Sie würde die Bluse nicht loslassen und aufgeben. Sie brauchte einen neuen Job, um Miete, Strom, Wasser und Essen zu bezahlen. Je selbstbewusster sie bei einem Bewerbungsgespräch auftrat, umso besser wurden ihre Chancen eingestellt zu werden.

Charlotte richtete sich auf, soweit es ging, ohne die Bluse loszulassen, oder daran zu reißen.

»Hallo«, sagte die andere Frau. »Schön, dich kennenzulernen.«

Was für eine seltsame Begrüßung, dachte Charlotte. Was sollte sie darauf antworten? Sie lernten sich nicht kennen!

***

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Ich wünsche dir viel Freude beim Lesen.
Schreib mir gerne, wie dir das Buch gefallen hat.

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