In einem überraschenden Twist bietet Sylvi Corinna den Posten als Frau fürs Leben an – als wäre es eine Bewerbung!
Corinna organisiert die Silvesterparty für ihre Frauen-Clique. Ihr Herz sehnt sich nach etwas anderem: Zusätzlich zu ihren Freundinnen wünscht sie sich eine Frau fürs Leben.
Corinna begegnet im Supermarkt der silberblonden, zierlichen Sylvi. Sie verliebt sich auf den ersten Blick. Aber ist Sylvi genauso fasziniert von ihr?
In einem magischen Moment springt Sylvi über ihren eigenen Schatten und bietet Corinna den Posten als Frau fürs Leben an. Als hätte Corinna sich darum beworben.
Alles entwickelt sich anders als gedacht. Zwischen leckerem Kirschkuchen und schokoladigen Küssen zündet ein Feuerwerk. Eines, das heller funkelt als die Sterne am Silvesterhimmel.

Eine süße, lesbische Kurzgeschichte mit Happy End.

Leseprobe

Morgen Abend würde Corinna die erste Party mit ihren Freundinnen aus der Frauen-Clique feiern. Sie würden alle zusammen ins Neue Jahr hineinfeiern. Sie freute sich riesig darauf.
Wenn sie jetzt noch die Frau ihrer Träume finden würde, dann wäre der Tag perfekt, überlegte Corinna. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit, sie heute zu finden, gering war, so wollte Corinna die Möglichkeit nicht ganz außer Acht lassen.
Nicht freute sie sich auf die Arbeit, die vor ihr lag: Sie sollte die Party vorbereiten.
Statt sich hübsch zu machen, um heute Abend durch die Partyszene der nächsten Großstadt zu ziehen, stand sie im überfüllten Supermarkt vor den Paletten mit dem Silvesterfeuerwerk. Oder besser: Sie stand vor den Resten der Aktionsware.
Um sie herum drängten sich andere Kunden und griffen sich hier Schachteln, dort Beutel und am Ende Tüten von den Paletten. Paletten, die überwiegend leer waren, sodass die Einkäufer hastig die Reste ergriffen, bevor es kein Feuerwerk mehr zu kaufen gab.
Im grellen Licht der Deckenbeleuchtung stapelte sich das Silvesterfeuerwerk.
Oder es hätte sich stapeln sollen, nachdem es seit gestern verkauft werden durfte.
Zumindest hatte Corinna das erwartet: Paletten voller Feuerwerkskörper, Knallbomben, Batterien und anderer Sprengstoffe. In den Aufstellern daneben stapelte sich das Konfetti, die glitzernden Luftschlangen und das Tischfeuerwerk. Daran bestand wenig Interesse.
Auf der Seite sah Corinna einen Mitarbeiter des Supermarktes mit dem Hubwagen eine neue Palette heranfahren, die voll beladen mit weiteren Feuerwerkskisten war.
Kurz fragte sie sich, wie viel davon im Lager stand. Dann wandte sie sich ihrem eigentlichen Thema zu: die Organisation der Silvesterparty für ihre Frauen-Clique.
Die Party sollte eine Erinnerung werden. Im positiven Sinne.
Dazu gehörte das Feuerwerk. Besonders an Silvester.
Gleichzeitig reizte Corinna keine einzige der farbenfrohen Schachteln mit den vielversprechenden Daten der Feuerwerkskörper, dazu eine davon in die Hand zu nehmen. Geschweige denn einzukaufen. Viel mehr wollte sie sich in ihrem Schlafzimmer einschließen und nicht mehr herauskommen, bis der Trubel vorüber war. Alternativ wäre sie einer erotischen Varieté-Vorführung mit hübschen Frauen ebenfalls nicht abgeneigt. Obwohl sie nicht die Zielgruppe war, genoss sie die seltenen Aufführungen.
Leider ging weder das eine, noch das andere. Schließlich hatte sie die Aufgabe, die Silvesterparty für ihre Frauen-Clique vorzubereiten. Nur, weil sie beim Hölzchenziehen das kürzeste Streichholz gezogen hatte.
Corinna setzte ein Lächeln auf. Damit ging alles einfacher. Sie hatte verloren und das bedeutete, sie war für das Essen, die Dekoration und das Feuerwerk zuständig. Nächstes Mal würde sie dafür sorgen, dass eine der anderen eine Party organisierte.
Bevor sie zu einer Entscheidung gelangte, welches Feuerwerk zu kaufen sollte, wurde Corinna angerempelt.
Stolpernd machte sie ein paar Schritte zur Seite und rieb sich ihre schmerzende Seite. Zum Glück fiel sie nicht auf die nächste Person, die sich vorbeugte und eine Schachtel Feuerwerksraketen vom neuen Stapel nahm. Eine Schachtel, welche versprach, wunderschöne Sterne in den Nachthimmel zu zaubern.
Sie rieb sich ihre schmerzende Taille.
»Aua. Das war ein spitzer Ellbogen!«, beschwerte sich Corinna und schaute die Person an, die sie so unsanft in die Seite gestoßen hatte.
»Oh Entschuldigung, das tut mir so Leid«, sagte eine blonde Schönheit und schlug sich die Hände vor den Mund.
Eine blonde Schönheit, die Corinna gerne länger angeschaut hätte. Silbrig blondes Haar fiel in einem langen, geflochtenen Zopf über ihre Schulter auf die Brust herunter und ringelte sich dort auf der dicken, weißen Winterjacke mit silbern funkelnden Glitzerpunkten. Eigentlich hätte es übertrieben aussehen sollen, aber an der silberblonden Schönheit war die dicke, funkelnde Winterjacke genau richtig.
Hinter der Frau stand ein Mann, der sich den Nacken rieb und Corinnas Aufmerksamkeit auf sich zog.
»Das war meine Schuld«, brummte er. »Sorry.«
Damit wandte er sich ab und marschierte mit einer großen Schachtel Feuerwerk unter dem Arm davon. Feuerwerk, welches vor Corinna gestanden hatte.
So ein unhöflicher Mistkerl!
»Gehörst du zu dem Typen?«, fragte Corinna und deutete mit einem Kopfnicken in die Richtung, in die der Mann davon gegangen war. Falls ja, dann war es besser, sie vergaß diese elfenhafte Schönheit. Sie versuchte nicht, mit vergebenen Frauen zu flirten, oder überhaupt mit Frauen, von denen sie nicht wusste, ob sie an anderen Frauen in dieser Hinsicht interessiert waren. In ihrer Frauen-Clique war zum Beispiel keine einzige potenzielle Partnerin.
Die silberblonde Schönheit schüttelte den Kopf.
»Nein, nein. Ganz sicher nicht!« Sie hob abwehrend die Hände. »Ich habe, wie du, das Feuerwerk studiert. Ich bin eingeladen zu einer Party mit den Freundinnen meiner Freundin und soll etwas mitbringen. Aber ich kenne keine der Frauen und weiß nicht, was passen würde«, sagte die Frau.
Corinna nickte.
So ging es ihr auch.
Bisher hatten sie als Frauen-Clique nie zusammen Silvester gefeiert. In der Chatgruppe hatte es viele Ideen gegeben und noch mehr vor Lachen kugelnde Smilies. Angefangen hatten sie beim Feuerwerk über Raclette und Fondue, waren die Ideen bis hin zu einem Striptease-Tänzer für die Unterhaltung beim Wachsgießen abgedriftet.
Sie rieb sich die Stirn, als sie daran dachte. Die meisten ihrer Freundinnen waren verheiratet. Ein Striptease-Tänzer würde mindestens bei einer für Streit zuhause sorgen, weil sie einen eifersüchtigen Ehemann hatte.
»Weißt du, was du einkaufen willst?«, fragte die elfenhafte Frau neben Corinna und unterbrach ihre Gedanken.
»Keine Ahnung«, sagte Corinna und zuckte mit den Schultern. »Ich darf die erste Silvester-Party meiner Frauen-Clique organisieren und die Ideen gehen in alle Richtungen.«
Sie schüttelte den Kopf und grinste beim Gedanken an den letzten Vorschlag, den sie heute Morgen in der Chatgruppe gelesen hatte: eine Tanz-Party. Dabei konnten oder wollten nicht alle tanzen.
Die silbrig blonde Elfe neben ihr kicherte.
»Ich kann mir gut vorstellen, wie diese Wünsche aussehen«, sagte sie. »Vor meinem Umzug hierher habe ich ein paar Mal mit meinen Freundinnen Silvester gefeiert. Jedes Mal waren die Vorschläge, was man tun könnte, aberwitziger als zuvor. Von der Umsetzbarkeit, nicht zu reden.«
Corinna fiel in das fröhliche Lachen der Fremden mit ein.
»Dann bist du neu hier«, sagte Corinna. »Ich bin Corinna und wohne seit ein paar Jahren in der Stadt. Wie lange wohnst du hier?«
»Sylvi, freut mich«, sagte die silbrig blonde Elfe mit ihrer zarten Stimme und schüttelte sachte Corinnas Hand.
Sylvis Hand war schmal, zartgliedrig und glatt. So als hätte sie sich nie irgendwo wund gescheuert oder Schwereres als einen Stift aufgehoben. Ganz sicher jedoch keine Silvesterrakete.
Am liebsten hätte Corinna diese Hand im Detail untersucht und die glatte Haut gestreichelt, um zu erforschen, ob sie so glatt und weich war wie es schien, oder ob das der erste Eindruck war. Immerhin, Sylvi war ihr sympathisch.
Mehr als sympathisch.
Wenn sie gekonnt hätte, wie sie wollte, hätte sie Sylvi den Rest des Tages angeschmachtet. Gleich nachdem sie sie ausgezogen und in ihrem Bett zwischen ihren schönsten Laken drapiert hatte.
»Du bist Corinna?«, fragte Sylvi und unterbrach Corinnas auf Abwege geratene Fantasie. »Corinna Schneider? Die Freundin von Beate Fink?«
Corinna zog die Augenbrauen hoch.
»Äh. Ja, warum?«, fragte sie. So bekannt war sie in der Stadt nicht, dass Zugezogene als Erstes von ihr erfuhren.
Sylvi klatschte begeistert in die Hände.
»Weil ich zu der Party eingeladen bin, die du organisierst«, sagte Sylvi. »Ich kann dir helfen und dann muss ich mir keine Gedanken mehr darum machen, dass ich nicht weiß, was ich mitbringen soll. Das ist so ein wundervoll, fantastischer Zufall, es ist geradezu magisch.«
Corinna sah Sylvi mit offenem Mund an und hörte ihrem Schwärmen zu, ohne dass ihr eine Erwiderung einfiel. Von einem weiteren Gast hatte Beate nichts geschrieben. Oder hatte sie das übersehen?
»Einen Moment bitte«, sagte Corinna und holte ihr Smartphone aus der Hosentasche. Das musste sie gleich prüfen. Nicht, dass am Ende die Ehemänner und Kinder ihrer Freundinnen mit dabei waren und sie eine viel größere Party plante, als sie angenommen hatte.
Corinna scrollte durch den Chat. Da war nirgendwo ein Hinweis auf Sylvi.
Also tippte sie eine Frage an Beate in den Chat und wartete auf Antwort.
Über die Lautsprecher im Supermarkt wurde das Öffnen einer weiteren Kasse angekündigt. Schritte trampelten in Corinnas und Sylvis Richtung, und sie zwängten sich in den schmalen Spalt zwischen zwei Paletten, um nicht über den Haufen gerannt zu werden.
Eng aneinander gepresst warteten sie darauf, dass die Stampede vorüberging.
Wenn es nach Corinna gegangen wäre, hätten sie noch eine Weile so dicht nebeneinander stehen bleiben können. Gerne ohne dicke Winterjacken.
»Stimmt etwas nicht?«, fragte Sylvi und klang jetzt besorgt und unsicher.
»Nein, nein, alles in Ordnung«, murmelte Corinna und lächelte sie freundlich an. »Sicher hat Beate vergessen, mir zu schreiben, dass sie dich mitbringen will. Jetzt prüfe ich, ob mehr Frauen vergessen haben, ihre Begleitung anzukündigen. Ich will schließlich nicht zu wenig zu Essen einkaufen.«

Ende der Leseprobe „Silvesterfeuerwerk der Liebe“


Die Kurzgeschichte »Silvesterfeuerwerk der Liebe« findest du bei allen üblichen Online Händlern als eBook. An vielen Stellen wirst du auch die Taschenbuchausgabe finden.
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