Zweite Chance für die Liebe zur Kirschblüte


Attraktive, erfolgreiche, Single-Künstlerin, die spontan entscheidet und ihre Gefühle direkt ausdrückt.

Süße, passionierte, alleinstehende Lehrerin, die Zeit zum Nachdenken braucht und es ihrer Familie recht machen will.

Der Zufall schenkt ihnen eine zweite Chance bei der Vernissage. Doch ein Mann wünscht sich die Lehrerin für sich!

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Lena besucht die Vernissage. Sie muss auf andere Gedanken kommen, solange ihre Eltern im Urlaub sind. Niemals will Lena einen Mann heiraten und Enkel zeugen. Wobei sie gerne Kinder hätte.

Maya bereitet sich auf die Eröffnung der Vernissage vor. Zum ersten Mal seit dem Schulabschluss kehrt sie in ihre kleine Heimatstadt zurück. Lebt Lena noch hier? Die Frage beantworte sich sofort, als die Galeristin Lena in die Umkleide führt.

Jeder Blick spricht von unausgesprochenen Gefühlen. Ihre Liebe knistert zwischen Ihnen. Kann Lena dem Druck ihrer Familie entkommen und die zweite Chance mit Maya ergreifen? Hält Maya ihr Versprechen gegenüber Lena, oder flüchtet sie zurück in die sichere Großstadt?

Süßer sapphisch-romantischer Second-Chance Roman zwischen zwei Frauen, die Ängste überwinden, ihre Familie finden, und mit der Kraft der Freundschaft und Liebe stürmische Zeiten bestehen.

Zweite Chance für die Liebe zur Kirschblüte

Leseprobe

Endlich Freitagnachmittag! Das Wochenende lag lang und unverplant vor Lena.

Sie ließ sich auf ihr weiches, gemütliches Sofa fallen. Niemand hatte sie eingeladen. Kein Termin füllte ihren Kalender. Und die letzten Umzugskartons vom Sommer hatte sie vergangenes Wochenende endlich ausgeräumt und zum Wertstoffhof gebracht. Nur die Post von heute musste sie noch sortieren, danach konnte sie das gesamte Wochenende mit langen Spaziergängen, guten Büchern und leckerem, selbst gekochtem Essen verbringen. Und mit ausschlafen.

Sie fuhr sich durch ihre braunen Haare, löste das Haargummi und öffnete den Zopf, bis alle Strähnen locker um ihre Schultern fielen. Das war so viel besser, als die Frisur, die sie sich immer für die Arbeit machte, um älter und seriöser zu wirken. Es half ihrem Selbstbewusstsein vor den Schulklassen, und das war die Frisur wert.

Lena legte das bunte Haargummi auf die Tischplatte vor dem Sofa und sah aus dem großen Wohnzimmerfenster hinaus. In einem der wenigen Mehrfamilienhäuser im Ort zu leben, hatte Vorteile. Zum Beispiel, dass sie den gesamten Ort überblicken konnte. Die Aussicht im vierten Stock war herrlich. Malerisch. Die Hügel am Horizont, hinter denen später die Sonne versinken würde, rahmten die Stadt auf zwei Seiten ein, wie in einer liebevollen Umarmung. Maya hätte die Aussicht ausgezeichnet gefallen.

Maya, nach deren Umarmung Lena sich immer noch sehnte, obwohl sie genau wusste, dass es diese nie wieder geben würde.

Lena seufzte und schüttelte den Kopf. Ihre offenen Haare strichen über ihren Rücken wie sanftes Streicheln. Wie Mayas Hände, wenn sie über Lenas Schultern gestreichelt hatten.

Warum dachte sie jetzt an Maya?

Lena presste ihre Lippen fest aufeinander, runzelte die Stirn und versuchte, die Gedanken zu verscheuchen. Vielleicht hätte sie doch eine andere Wohnung suchen sollen? Eine ohne malerischen Ausblick? Sie senkte den Blick auf die ovale Tischplatte vor dem weichen, gemütlichen Sofa und griff nach dem Stapel Post neben ihrem bunten Haargummi. Das Papier der Prospekte klebte beim Anfassen glatt und hochglanzbedruckt an ihren Fingern fest. Es raschelte und knitterte, als sie es wieder auf den niedrigen, ovalen Couchtisch vor sich zurücklegte. Zügig sortierte Lena die Post in zwei Stapel: Werbung und Briefe, oder besser, einen Brief. Dem Absender nach zu urteilen eine Rechnung vom Möbelhaus.

Lena seufzte und stützte ihr Kinn in eine Handfläche.

Die Post zu sortieren hatte sie nicht abgelenkt. Lena dachte immer noch an Maya, ihre Jugendliebe, die sie seit Jahren nicht mehr gesehen und gesprochen hatte. Das war auch besser so. Es gab keine Grundlage für eine Beziehung, wenn Maya unbedingt eine Karriere als Künstlerin in der Großstadt machen wollte, während Lena sich ihren Einsatzort als Lehrerin nicht unbeschränkt aussuchen konnte.

Und dann waren da noch Lenas Eltern. Mit einem kalten Schaudern erinnerte sich Lena an das letzte Abendessen im Familienkreis. Wie bei allen Abendessen in den vergangenen Jahren, hatten ihre Eltern einen Mann im heiratsfähigen Alter eingeladen. Der letzte hieß Thomas und er würde ihr, wenn Lena den geflüsterten Abschiedsworten ihrer Mutter glauben konnte, sicher bald einen Heiratsantrag machen. Bereits der Gedanke daran ließ Lena stärker zittern vor Kälte. Sie wollte keinen Mann! Alle anderen hatte sie erfolgreich abgeschreckt. Thomas würde auch bald aufgeben. Lena wusste, ihre Eltern wünschten sich Enkelkinder. Sie sollte endlich einen Mann heiraten und ihre Pflicht erfüllen. Warum das nicht auch für ihre Geschwister galt, war für Lena ein ungelöstes Rätsel.

Sie seufzte wieder und riss den Briefumschlag auf. Natürlich. Wie vermutet, war es die Rechnung für die neuen Möbel. Immerhin hatte sie jetzt eine eigene Wohnung, statt zurück in ihr Kinderzimmer zu ziehen, und einen sicheren Job. Sie lebte wieder in der Nähe ihrer Eltern, ohne sie morgens und abends sehen zu müssen. Alles war perfekt vorbereitet, um eine Familie zu gründen. So, wie es ihre Eltern und die Gesellschaft von ihr erwarteten.

Lena rümpfte die Nase. Mit zitternden Fingern legte sie den Brief auf die ovale Tischplatte und strich sich ihre langen, braunen Haare hinter die Ohren zurück.

Sie wollte keinen Mann.

Sie wollte Maya.

Sie hatte Maya nie vergessen können.

Sie dachte schon wieder an Maya und wie es wohl heute wäre, wenn sie sich damals nicht im Streit getrennt hätten. Würden sie dann gemeinsam hier wohnen? Wie ging es Maya? Hatte sie den Erfolg erreicht, von dem sie geträumt hatte? Sollte sie versuchen, mit alten Klassenkameradinnen Kontakt aufzunehmen und ein Klassentreffen anregen? Sicher würde Maya kommen und Lena könnte sie dort wiedersehen. Andererseits, hatte irgendjemand Mayas Kontaktdaten? Lena hatte sie nicht mehr und ihre Eltern brauchte sie deswegen nicht zu fragen.

Lena dachte an die Krokusse und Schneeglöckchen, die sie bereits vor Wochen gesehen hatte. Inzwischen blühten Osterglocken, Veilchen und Tulpen. Sie hatte am Kirschbaum in der Nachbarschaft bereits die Knospen für die zarten, rosa-weißen Blüten gesehen.

Lena würde die Kirschblüten genießen können, ohne Thomas, ohne den Erwartungsdruck ihrer Eltern, ohne Gedanken an ihre Arbeit mit den Schulklassen. Wie gut, dass ihre Eltern gestern für zwei Wochen in den Urlaub gefahren waren. Sie hatten das kalte Winterwetter satt. Auch, wenn es inzwischen wärmer wurde und der Frühling sichtbar Einzug hielt.

Maya liebte Kirschblüten, erinnerte sich Lena. Sie hatte viele Bilder davon gezeichnet, während Lena neben ihr im Gras gesessen und zugesehen oder gelesen hatte. Eines dieser Bilder hing bei Lena im Wohnzimmer an der Wand. Das Bild, das Lena immer mitgenommen hatte, wenn sie umgezogen war. Es hatte während des Studiums in ihrem WG-Zimmer gehangen. Es hatte in ihrem Zimmer im Referendariat die Wand geschmückt. Und jetzt, nachdem sie endlich eine Stelle an der Schule in ihrem Heimatort bekommen hatte, hing das Bild der weißen, leicht rosa gefärbten Kirschblüten, in ihrem Wohnzimmer an der Wand.

»Oh Maya«, flüsterte Lena und seufzte. »Ich hoffe, du konntest dir deinen Traum erfüllen und bist glücklich.«

Lena wischte ein paar Tränen aus ihren Augenwinkeln. So wenig, wie sie Maya vergessen konnte, so wenig hatte sie sich dazu überwinden können, ihr online zu folgen. Sie wollte nicht sehen, dass Maya in der Großstadt das Leben führte, von dem sie immer geträumt hatte. Das würde den Verlust nur noch schmerzlicher machen und die Sehnsucht in ihrem Herzen noch brennender und unüberwindlicher. Wie sollte Lena so jemals eine neue Freundin und Partnerin fürs Leben finden?

»Post, Essen, Spaziergang!«, forderte Lena sich selbst mit lauter Stimme auf und riss ihren Blick von dem Kirschblütenbild los.

Es half ihr nicht, immer wieder in altem Liebeskummer zu versinken. Es war besser, nicht wieder davon zu träumen, was hätte sein können, wenn sie und Maya einen gemeinsamen Weg in die Zukunft gefunden hätten. Maya hatte keine Familie gewollt und war immer von der Großstadt fasziniert gewesen. Maya würde nicht zurückkommen, auch nicht für ein Klassentreffen.

Lena bezahlte die Rechnung mit ihrer Online-Banking-App, dann blätterte sie zügig den Papierstapel mit Werbung durch. Sie musste endlich das »Bitte keine Werbung«-Schild an ihrem Briefkasten anbringen lassen. Es waren Flyer vom Pizzalieferservice, vom Fastfoodlieferservice, vom Supermarkt und von der kleinen Galerie im Ort dabei.

Lena hielt inne und las den Galerieflyer: »Aufstrebender Stern am Künstlerhimmel. Vernissage und Eröffnung der neuen Kunstausstellung.«

Lena starrte auf das matt bedruckte Papier in ihrer Hand.

In dieser kleinen Galerie hatte Maya ihre ersten Bilder ausgestellt. Wie oft waren sie gemeinsam dort gewesen und hatten die Bilder anderer Künstler betrachtet?

Sie überflog den Flyer nochmals. Die Vernissage war heute Abend.

Würde es ihr helfen, über ihren Liebeskummer hinwegzukommen, wenn sie sich wieder für Kunst interessierte, oder wäre es besser, wie geplant, einen langen, einsamen Spaziergang zu machen?

***

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